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Wörtlich übersetzt bedeutet Qi Gong 'Arbeit am Qi' (Energiearbeit), d.h. seine Lebensenergie kultivieren und steigern, um die Gesundheit des Körpers zu erhalten oder wieder zu erlangen sowie Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen und zu entfalten. Dazu dienen langsame, fließende Bewegungen, die in meditativer Konzentration ausgeübt werden. Mit Achtsamkeit wenden wir uns unserem Körper zu, nehmen unwillkürliche Anspannungen wahr und üben uns im Loslassen. Wir führen unseren Atem, der liebevoll unseren Körper durchströmt. Die Arme steigen und sinken, fast schwerelos wie Federn. In einem sanften rhythmischen Wiegen verlagern wir das Gewicht von rechts nach links und umgekehrt. Körper und Geist kommen zur Ruhe. Was an Druck und Stress im Alltag aufgebaut wurde, macht Platz für Gelassenheit und Wohlgefühl. Erwecken wir dann unser 'Inneres Lächeln' – unsere Herzenssonne – wird alles zu einem ruhigen Fluss voller Anmut und Leichtigkeit. Mit zunehmender Übungspraxis wachsen unsere Präsens und die Fähigkeit, unsere Energie zu sammeln und zu lenken, sowie unsere Gedankenkraft zu fokussieren.
Als ich Anfang der 80 er Jahre zum ersten mal einer Gruppe begegnete, die im Freien Tai chi übte, war ich so fasziniert, denn die ganze Gruppe bewegte sich, wie eine einzige Welle und wie aus einem Atem. Unmittelbar danach begann ich Tai chi zu lernen, später dann Qi Gong, das ich heute unterrichte. Ich bin den vielen Lehrern dankbar, die mich auf meinem Weg begleiteten (Uschi Eibl, Toyo Kobayashi, Dr. Pongratz, Shaolin Mönch Shi Xinggui etc.). Meine Begeisterung ist bis heute geblieben, denn durch das innere Gewahrsein eröffnen sich immer wieder neue Aspekte und Übungsmöglichkeiten und die Entdeckungsreise nimmt kein Ende.
All diese Übungen, wie Tai chi und Qi Gong haben ihren Ursprung im alten China mit seinen weisen und naturverbundenen Betrachtungsweisen von Kosmos, Mensch und Leben. Häufig wird der Mensch mit einem Baum verglichen - die Wurzeln tief in der Erde und das mächtige Blattwerk der Krone aufrecht zum Himmel strebend, um das Licht zu assimilieren. Demnach nimmt der Mensch die Energie der Erde über die Verwurzelung der Füße und die Himmelsenergie über den Scheitel auf. Die innere Haltung, die durch das Üben angestrebt wird, spiegelt sich in dem Bild mit dem Wasser wieder:

Es beschreibt den Zustand des inneren Friedens, den Einklang mit dem Lebensfluss, eine Stärke, die siegt ohne zu kämpfen.
Heute in unserer modernen, schnelllebigen Zeit erfreut sich Qi Gong wachsender Beliebtheit. Es ist wegen seiner Einfachheit und doch schnellen Wirkung eine zeitgemäße Methode, sich zu entspannen und seinen Kopf freizubekommen, wie auch seine Gesundheit zu stärken. Es wird immer mehr in Kliniken und Firmen genutzt und wird von den Krankenkassen im Rahmen der Prävention gefördert. Seit Jahren arbeite ich erfolgreich mit der AOK zusammen, biete regelmäßige Kurse in deren Gesundheitsprogramm an und 2010 gibt es auch einen regelmäßigen Termin mit Qi Gong auf der Landesgartenschau in Rosenheim. Meine Arbeit umfasst ein eigenes Kursprogramm, sowie eine Kooperation mit Firmen und Kliniken.
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